Formaldehyd in der E Zigarette: Sind E-Zigaretten schädlich?

Viele E-Zigaretten Nutzer waren letztes Jahr verwundert über die Studien aus Japan und von der Portland State University in den USA, welche bestätigt haben, dass eine E-Zigarette Formaldehyd produzieren kann, genau wie eine normale Tabak Zigarette.

Können E Zigaretten wirklich Formaldehyd produzieren?

Diese E Zigaretten Studien haben ein breites Medienecho gefunden und dementsprechend ist das Image der E Zigarette als bessere Alternative zum Rauchen beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Noch im Jahr 2010 vertraten 84% der Raucher die Meinung dass die E Zigarette gesünder als die Tabak Zigarette sei. Bis 2015 ist dies auf unter 55% gefallen. Leider sind Studien nicht so simpel zu betrachten, dass Ergebnisse einfach als absolut richtig oder absolut falsch beurteilt werden könnten. Aber in der Tat greifen die Massenmedien sehr gerne solche simplistischen Interpretationen auf um möglichst viele Klicks auf ihre Schock Überschriften zu erhalten.

Die Formaldehyd Studie ist um einiges komplizierter in der Auslegung als die sensationsgierenden Schlagzeilen einem das Glauben machen möchten.

Ein genauer Blick auf die irreführende E Zigaretten Studie

Zum einen wurden für die E Zigaretten Studie nur Geräte der fortgeschritten Generation, sogenannte Sub Ohm E Zigaretten verwendet mit welchen Nutzer die Wattanzahl (und damit die Stärke) selber einstellen können. Somit trifft sie in keiner Weise für Geräte der ersten und zweiten Generation zu, welche solch eine variable Einstellung nicht ermöglichen.

In der Theorie erzeugen E-Zigaretten Formaldehyd. Zumindest eins der Bestandteile jedes E Liquids, Propylenglykol, kann zu Formaldehyd werden. Daher kam die Ausgangsvermutung der Wissenschaftler. Aber in ihrer eigenen Studie fanden die Wissenschaftler der Portland Studie heraus, dass beim Gebrauch der E Zigarette unter 3.3 Volt kein Formaldehyd entstand. Dieses Karzinogen wurde nur beobachtet bei sehr hohen Einstellungen von 5.5 Volt. Bei dieser Einstellung hat die E Zigarette recht viel von dieser Substanz produziert, nämlich 14 Milligramm beim durchschnittlichen Dampfer über einen Tag.

Natürlich erzeugen normale Tabakzigaretten ebenfalls Formaldehyd. Abhängig von der jeweiligen Studie, erzeugt das Rauchen eines Päckchens Zigaretten am Tag zwischen 1 – 4 Milligramm an Formaldehyd. Diese Bandbreite ist auffallend geringer als die 14 mg bei einer E Zigarette, was die Wissenschaftler dazu veranlasste du schreiben, dass das Krebsrisiko bei E Zigaretten um bis zu 5 mal grösser ist als bei herkömmlichen Zigaretten.

Vom Labor in die Realität

Allerdings gab es ein kleines Problem bei dieser Interpretation. In der Realität verwenden Dampfer nicht derart hohe Volt Einstellungen. Wie die Dampferszene schnell klarstelle als Reaktion auf diese Studie, stellt sich beim Dampfen bei einer Einstellung von über 5 Volt das „Dry Hit“ Phänomen ein. Dies schmeckt für jede menschliche Geschmackspalette abscheulich, und niemand würde so einen Zug aus seiner E Zigarette bewusst nehmen. Dies entsteht durch die einfache Überhitzung des Coils. Für beide Volt Einstellungen wurde die künstliche Dampfmaschine so eingestellt, 10 drei-bis-vier Sekunden Züge innerhalb von 5 Minuten an der E Zigarette zu nehmen. Dies würde in der Realität kein Dampfer so machen. Ein Dampfer verkürzt üblicherweise die Zugdauer je höher die Volt zahl ist um keinen „Dry Hit“ zu verspüren und auf diesem Wege auch nicht Gefahr zu laufen Formaldehyd einzuatmen.

Für die Medien und die Anti E Zigaretten Lobby war dies allerdings ein gefundenes Fressen welches sie köstlich über einen längeren Zeitraum ausschlachteten. Ein großes Problem war, dass das New England Journal of Medecine, eines der meistrespektiertesten Fachzeitschriften der Welt, diese Studie veröffentlichet. So war in den Augen der Massenmedien Journalisten sichergestellt das es sich um hochqualitative Wissenschaft handeln musste obwohl diese Studie nicht ferner von der Realität des echten Dampfens hätte sein können. Auf der anderen Seite waren Suchtexperten nicht so leicht zu überzeugen.

Aufforderungen die Studie zurückzunehmen stoßen auf taube Ohren

Im Oktober 2015 veröffentlichte das Fachmagazin „Addiction“ den folgenden Redaktionsbeitrag: „Studie zum E Zigaretten Krebsrisiko war so irreführend dass sie zurückgenommen werden sollte“. Der Tabak Gegner Clive Bates und Herzspezialist Konstantinos Farsalinos stellten fest dass die Portland Studie „Kalkulationen des menschlichen Krebsrisikos anstellte auf Grundlage von Bedingungen welche kein menschlicher E Zigaretten Nutzer auch nur für einen kurzen Moment tolerieren würde, geschweige denn über seine Lebenszeit“.

Auf diesen Beitrag folgte ein ganzes Heer kritischer Stimmen angeführt von Bates und Konstantinos die sich mit den Autoren der Studie in einschlaegigen Fachjournalen einen Schlagabtausch lieferten. Das New England Journal of Medecine weigerte sich jedoch die Studienpublikation zurückzunehmen mit der einfachen Begründung, dass die Resultate der Studie an sich nicht falsch waren unter den hergestellten Bedingungen.

E Zigaretten unter realitätsnahen Testbedingungen

Glücklicherweise entschied sich ein anderes Team aus Wissenschaftlern dem Schreckgespenst Formaldehyd mit einer eigenen Studie auf den Grund zu gehen, mit Messbedingungen welche viel eher der Dampferrealität entsprachen. Im März 2016 veröffentlichte das Fachmagazin „Regulatory Toxicology and Pharmacology“ einen Bericht mit dem Titel „Effekt von einstellbaren Wirkungsstärken auf den Dampfausstoss und die Entstehung von Aldehyden im E Zigaretten Dampf“

Die Studie verwendete 5 verschiedenen einstellbare E Zigaretten Modelle. Es gab drastische Unterschiede in der Formaldehyd Produktion und 3 der 5 getesteten E Zigaretten verursachten Werte welche weit unter denen herkömmlicher Zigaretten lagen, bei den höchstmöglichen Einstellungen.

Ein Gerät verursachte mehr Formaldehyd als eine normale Zigarette, jedoch nur bei seiner maximalen Einstellung. Eine weitere single top coil E Zigarette produzierte jedoch mehr als 10 mal soviel der gefährlichen Substanz bei ihrer maximalen Einstellung.

Ganz wichtig hier festzuhalten war die Aussage der Forscher dass die letztgenannten Resultate nicht die typische Nutzungsweise eines menschlichen Dampfers widerspiegelten weil die E Zigarette unter dieser Einstellung kontinuierliche „Dry Hits“ produziert hätte. Welcher normale Dampfer würde so weiterdampfen?

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1 Comment
  1. Reply
    dampfi.ch Juli 13, 2016 at 8:12 pm

    Ich finde das Thema „Wie schädlich sind E-Zigaretten“ sehr anstrengend.
    Zur jeder Studie findet sich eigentlich immer eine Gegenstudie.
    Auch kann man Studien immer so anlegen, dass das gewünschte Ergebnis dabei raus kommt.
    Meiner Meinung nach können E-Zigaretten gar nicht schlimmer sein, als normale Zigaretten.
    Daher sehe ich die Sache gelassen.
    Entweder man lässt es komplett bleiben, oder nimmt eventuelle Risiken in Kauf…

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